Makronährstoffe: Protein, Kohlenhydrate und Fett im Gleichgewicht

Kalorienwerte der drei Makros, Zielbereiche nach Körpergewicht und was die Verteilung tatsächlich verändert.

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Kurz gesagt

Protein und Kohlenhydrate liefern je 4 Kalorien pro Gramm, Fett 9. Für gesunde Erwachsene liegen die gängigen Zielbereiche bei 1,6-2,2 g Protein und 0,8-1 g Fett je Kilogramm Körpergewicht; die restlichen Kalorien kommen aus Kohlenhydraten. Ob dein Gewicht sich ändert, entscheiden die Gesamtkalorien — die Makroverteilung entscheidet über Sättigung, Muskelerhalt und Trainingsleistung.

Drei Makros, drei Energiedichten

Makronährstoffe sind die drei energieliefernden Bestandteile der Nahrung, und sie enthalten unterschiedlich viel Energie pro Gramm. Dieser Unterschied allein erklärt, warum zwei gleich schwere Mahlzeiten völlig verschiedene Kalorienmengen tragen können.

MakroKalorien pro GrammHauptaufgabe
Protein4 kcalGewebereparatur, Muskelerhalt, Sättigung
Kohlenhydrate4 kcalPrimäre Energiequelle, Trainingsleistung
Fett9 kcalHormonproduktion, Aufnahme fettlöslicher Vitamine
(Alkohol)7 kcalLiefert Energie, aber keinen Nährwert

Protein: der Makro mit dem größten Effekt

Im Kaloriendefizit ist Protein die wichtigste einzelne Stellschraube gegen Muskelverlust. Es hat außerdem von den dreien die stärkste Sättigungswirkung und kostet bei der Verdauung am meisten Energie — rund 20-30 % des aufgenommenen Proteins gehen dabei drauf.

Für gesunde Erwachsene lautet die gängige Empfehlung 1,6-2,2 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Für 70 kg sind das 112-154 Gramm täglich, also 450-620 Kalorien. Beim Abnehmen ist es meist sinnvoll, sich am oberen Ende zu orientieren.

  • 25-40 g auf jede Hauptmahlzeit zu verteilen wirkt besser, als alles in eine zu packen.
  • Eier, Joghurt, Hähnchen, Fisch, Hülsenfrüchte und Linsen sind praktische Quellen.
  • Bei pflanzlicher Ernährung ergänzt die Abwechslung über den Tag das Aminosäureprofil.

Fett: nicht wenig, sondern ausreichend

Fett galt jahrzehntelang als Hauptschuldiger für Gewichtszunahme; heute wissen wir, dass das falsch war. Fett ist für die Hormonproduktion nötig, und die Vitamine A, D, E und K werden ohne es nicht aufgenommen. Sehr fettarme Diäten können genau deshalb Probleme machen.

Eine praktische Untergrenze liegt bei etwa 0,8 Gramm je Kilogramm — für 70 kg rund 56 Gramm oder 500 Kalorien. Die Quelle zählt mehr als die Menge: Olivenöl, Avocado, Walnüsse, Mandeln und fetter Fisch zuerst.

Kohlenhydrate: der Rest

Sind Protein- und Fettziel gesetzt, kommen die verbleibenden Kalorien aus Kohlenhydraten. Am Beispiel 70 kg und 2.000 Kalorien: Zieht man 140 g Protein (560 kcal) und 60 g Fett (540 kcal) ab, bleiben 900 Kalorien, also rund 225 g Kohlenhydrate.

Was die Kohlenhydratmenge wirklich bestimmt, ist die Aktivität. Wer hart und häufig trainiert, leistet mit mehr davon besser; an einem sitzenden Tag ist dieselbe Menge schlicht unnötig. Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst heben nebenbei die Ballaststoffzufuhr.

Wie wichtig ist die Verteilung wirklich?

Kontrollierte Studien haben wiederholt gezeigt: Bei gleichen Kalorien machen unterschiedliche Makroverteilungen beim Gewichtsverlust kaum einen Unterschied. Eine kohlenhydratarme Ernährung hat gegenüber einer fettarmen keinen inhärenten Vorteil.

Der Unterschied entsteht indirekt. Sättigt dich ein proteinreicher Plan besser, isst du weniger; ein Plan, der alles Geliebte verbietet, wird nach zwei Wochen aufgegeben. Die richtige Verteilung ist die, die du durchhältst und die dein Proteinziel trifft.

Häufige Fragen

Reicht es, nur Kalorien statt Makros zu zählen?

Für die Gewichtsveränderung weitgehend ja. Wenn du aber Muskeln erhalten, im Training leisten oder ein Sättigungsproblem lösen willst, macht es einen spürbaren Unterschied, zumindest Protein zu verfolgen.

Machen Kohlenhydrate am Abend dick?

Nein. Für den Zeitpunkt der Mahlzeit wurde bei gleichen Gesamtkalorien kein bedeutsamer Effekt auf das Gewicht gezeigt. Bei manchen verbessern abendliche Kohlenhydrate sogar den Schlaf.

Brauche ich Proteinpulver?

Nein, es ist eine Bequemlichkeit, keine Notwendigkeit. Erreichst du dein Ziel mit normalen Lebensmitteln, bringt es nichts zusätzlich; fällt es schwer, 140 Gramm über Mahlzeiten zu schaffen, erleichtert es die Sache.

Quellen

  1. 1.

    Morton RW, Murphy KT, McKellar SR, et al. A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. British Journal of Sports Medicine, 52(6):376-384, 2018.

  2. 2.

    Institute of Medicine (US), Food and Nutrition Board Dietary Reference Intakes for Energy, Carbohydrate, Fiber, Fat, Fatty Acids, Cholesterol, Protein, and Amino Acids. National Academies Press, Washington DC, 2005.

  3. 3.

    Johnston BC, Kanters S, Bandayrel K, et al. Comparison of weight loss among named diet programs in overweight and obese adults: a meta-analysis. JAMA, 312(9):923-933, 2014.

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